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Bahá’í-Geschichte:
Die Geschichte der Bahá’í-Religion beginnt im Jahr 1844, als der Báb (arab. „Das Tor“, 1819-1850) sich als Bote Gottes und Vorläufer eines noch bedeutenderen Gottesboten zu erkennen gab. Er lebte in Persien, wurde gefangen genommen, ausgepeitscht, eingekerkert und 1850 hingerichtet. Seine Anhänger wurden grausam verfolgt und zu Tausenden als „Ketzer“ getötet. Bahá’u’lláh (arab. „Herrlichkeit Gottes“, 1817-1892) ist der Stifter des Bahá’í-Glaubens. Als mutiger Förderer des Báb wurde auch Er verfolgt, eingekerkert und aus Seiner Heimat verbannt. Vierzig Jahre lang verkündete Er das Wort Gottes, während Er als Gefangener von Ort zu Ort weiter verbannt wurde bis nach Akka im Heiligen Land, wo Er 1892 starb. Bahá’u’lláh rief die Menschen zur Umkehr auf. Die geistlichen und die weltlichen Herrscher Seiner Zeit lud Er ein, die Wahrheit Seiner Botschaft zu prüfen, sich zu vereinigen, abzurüsten und den Weltfrieden zu errichten. Sein ältester Sohn, A`bdu’l-Bahá, den Er zum bevollmächtigten Ausleger seiner Schriften ernannt hatte, erlangte 1908 nach 55 Jahren Verbannung die Freiheit und verkündete auf ausgedehnten Reisen die Lehren Bahá’u’lláhs in Amerika und Europa. Seither wurde die Bahá’í-Religion in fast alle Länder getragen. Abdu’l-Bahá bestimmte seinen Enkel Shoghi Effendi testamentarisch zum Hüter des Bahá’í-Glaubens. Er führte die Bahá’í-Gemeinde bis zu seinem Tode im Jahre 1957. Seit 1963 leitet das von Bahá’u’lláh im Kitáb-i-Aqdas (dem heiligsten Buch der Bahá’í) eingesetzte Universale Haus der Gerechtigkeit die Geschicke der Bahá’í-Weltgemeinschaft. Das Haus hat seinen Sitz am Berg Karmel in Haifa/Israel und wird alle fünf Jahre von Abgeordneten aus über 170 Ländern gewählt.
Bahá’í in Deutschland
Seit 1904 gibt es auch Bahá’í in Deutschland. Fünf Jahre später wurden bereits die ersten Bahá’í-Schriften in Deutsch veröffentlicht. 1937 wurde dann der Bahá’í-Glaube durch SS-Chef Himmler verboten. 1945 gestattete die amerikanische Militärregierung die Neuorganisation des Bahá’í-Glaubens in Stuttgart. Ein Jahr später wurde der erste Nationale Geistige Rat nach der Verbotszeit gewählt. Zurzeit leben Bahá’í in über 750 Orten Deutschlands.
Die Lehre Bahá’u’lláhs
Grundlage der Bahá’i-Religion ist die Einheit Gottes, es gibt also nur einen Gott. Alle Offenbarer wurden von Ihm zu unterschiedlichen Zeiten gesandt, um den Fortschritt der Menschheit zu fördern. Die Kernaussagen aller Religionen sind eine einzige Wahrheit. Ihr Ziel ist die Errichtung des Weltfriedens auf der Erde.
Bahá’í setzten sich für den Abbau von Vorurteilen aller Art ein. Kein Mensch darf wegen seiner Nationalität, Religionszugehörigkeit, Geschlechts oder Hautfarbe verurteilt werden.
Der Mensch ist seiner Bestimmung nach ein geistiges Wesen. Gebet und Meditation sind nach der Gotteserkenntnis wesentlich, um persönliche Fortschritte zu erzielen.
Bahá’u’lláh fordert jeden Menschen zur selbstständigen Suche nach Wahrheit auf. Außerdem gibt es in der Bahá’í-Religion keinen Klerus (d.h. Geistliche/Priester).
Gleichberechtigung von Frau und Mann ist elementar für die Zukunft der Menschheit.
Religion und Wissenschaft stehen nicht im Widerspruch zueinander, sondern ergänzen sich.
Glaube an wen oder was?
Die Bahá’í glauben an eine fortschreitende Gottesoffenbarung, in der Gott Seine Botschaft der wachsenden Fassungskraft der Menschheit und dem Wandel der Verhältnisse angleicht. Wir glauben an Bahá’u’lláh, den jüngsten Gottesoffenbarer und daran, dass Er der Sprecher Gottes für dieses Zeitalter ist.
Offenbarungsschriften und Heilige Bücher:
Kitáb-i-Aqdas, Bahá’u’lláh
Die Verborgenen Worte, Bahá’u’lláh
Das Buch der Gewissheit, Bahá’u’lláh
Die Ährenlese, Bahá’u’lláh
Botschaften aus Akka, Bahá’u’lláh
Feste und Rituale
Feste Feiertage, an denen Arbeitsruhe geboten ist:
21. März: Naw-Ruz (Neujahrsfest)
21. April: 1. Ridvan-Feiertag
29. April: 9. Ridvan-Feiertag
02. Mai: 12. Ridvan-Feiertag
23. Mai: Erklärung des Bab
29. Mai: Hinscheiden Bahá'u`lláhs
09. Juli: Märtyrertod des Bab
20. Oktober: Geburtstag des Bab
12. November: Geburtstag Bahá'u'llahs
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